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Nachdem camysy schon vor ein paar Tagen in ihren Winterurlaub abgereist ist, hat sie mir die Story per Mail geschickt und ich poste sie heute. :)




Autor: Sam88
Email-adresse: jese_seifert@yahoo.de
Titel: Schlaflose Nacht (SGA)
Rating: PG
Pairing-1: Ronon/Teyla
Spoiler: Echoes
Staffel: 3
Anmerkung: Es kann sein, dass der ein oder andere Charakter ooc wirkt. Meine erste und hoffentlich nicht letzte Stargate Atlantis FF.
Inhalt: Teyla macht einen Spaziergang durch Atlantis und lernt neue Seiten an manchen Menschen kennen.
Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an SG-1 gehören MGM/UA, World Gekko Corp. und Double Secret Production. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht, um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.


Unruhig hatte sie sich aus ihren warmen Decken gequält und sich aufrecht, die Beine über die Bettkante baumelnd, hingesetzt. Sie strich sie durch ihr braunes Haar, das durch das Wälzen im Bett, wild abstand.
Sie hatte sich erst vor wenigen Minuten hingelegt und es war noch tiefste Nacht.

Teyla konnte einfach nicht schlafen. Zu viele Gedanken kreisten in ihrem Kopf.

Das war ihr schon oft passiert, aber heute war es irgendwie anders...

Sie rieb sich ihre Augen und überlegte was auf einmal los war. Sie brauchte nicht lange zu überlegen um es zu wissen – die Wale hatten den Atlantern, im wahrsten Sinne des Wortes, Kopf zerbrechen bereitet.
Sie hatten ihnen aber auch das Leben gerettet und nun waren sie fort und trotz dessen lag eine leicht wehmütige Stimmung über Atlantis die viele Mitglieder mit sich schleppten – genau wie Teyla, sie verspürte das ebenfalls.

Sie wären alle gestorben ohne diese Tiere. Das war schon merkwürdig. Die Atlanter waren immer in Angst, denn entweder griffen die Wraith, die Asuraner oder andere Feinde an, die sie unglücklicherweise auf Missionen kennengelernt hatten. Aber auf einmal war es eine Naturgewalt gewesen die alles Leben hier hätte auslöschen können. Etwas ganz simples.

Teyla schüttelte ihren Kopf. Auf Atlantis zu leben war wirklich kein Zucker schlecken und trotzdem gefiel es ihr hier sehr. Ihr Leben war schon immer voller Gefahren gewesen. Sie kam klar damit, denn es gab etwas was ihr immer wieder Kraft gab – ihr Volk und die vielen Menschen in Atlantis, vorallem war ihr das Team ans Herz gewachsen. Auch nur einen dieser Menschen zu verlieren ließ ihr einen kalten Schauer über den Rücken jagen... sie wollte gar nicht dran denken, auch wenn dieses Risiko mit jedem Tag begann an dem sie früh ihre Augen aufschlug.

Langsam stand sie auf und zog sich um. Ein kleiner Spaziergang auf Atlantis würde sicherlich diese Wehmut etwas vertreiben, dass hoffte sie zumindest.


***


Eine Weile lief sie schon durch die menschenleeren Gänge der Antikerstadt. Die Gedanken waren nicht weniger geworden. Sie musste unweigerlich an Ronon denken, was ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte, wie er an ihrem Krankenbett gesessen hatte. Er war so besorgt gewesen – allein wie er mit ihr gesprochen hatte und der Blick seiner braunen Augen hatte sie verstehen lassen. Es verband sie mehr, dass wusste sie, aber nicht wegen der Tatsache das sie so genannte Aliens waren, nein, weil schon immer etwas Besonderes zwischen ihnen gewesen war.

Der Duft von Kaffee ließ sie stoppen. Teyla war in der Nähe der Cafeteria.
Wer saß um diese Uhrzeit mit dem heißen Getränk, das einen dann nicht mehr einschlafen ließ, dort?

Die Neugier ließ sie den großen Raum betreten. Er war voll gestellt mit Tischen und den dazu passenden Stühlen. Am Eingang stand ein kleiner Tisch, von dem man sich Essen nehmen konnte, wenn man außerhalb der täglichen Mahlzeiten hier war. Sie ließ ihren Blick kurz über das Essen wandern, entschloss sich aber dann doch nichts zu essen.

Sie schaute sich noch einmal um. Wahrscheinlich hatte sie sich den Duft des Kaffees nur eingebildet, denn sie konnte niemanden entdecken.

Teyla wollte sich gerade umdrehen, als sie eine bekannte Stimme hörte: „Hey Teyla, Sie können sich ruhig zu mir setzen.“

Sie blickte erneut um sich und erkannte sehr weit hinten im Raum eine Person sitzen. Sie war froh, dass jemand hier war und sie sich nichts eingebildet hatte.
Schnell näherte sie sich Major Lorne.

„Evan“, sagte sie lächelnd, als sie vor ihm stand.

„Setzen Sie sich ruhig“, gab er zurück und deutete auf einen Stuhl gegenüber von ihm.

„Danke.“ Die Athosianer platzierte sich auf dem angewiesenen Platz und legte ihre Arme auf den Tisch.

Major Lorne nahm einen Schluck aus seiner Tasse und wandte sich dann an Teyla: „Und was machen Sie zu so später Stunde noch hier?“

„Oh ich, konnte einfach nicht schlafen... nach dieser ganzen Sache mit den Walen.“ Sie lächelte und wartete auf eine Erklärung warum es ihn hierher verschlagen hatte.

Evan nickte. Er verstand sie sehr gut, ihm ging es ähnlich. Es passierte zwar öfters etwas auf Missionen oder in der Stadt selbst, aber dieses Ereignis, ließ ihn auch nicht ganz los.
Er gähnte und nahm dann noch einen Schluck vom Kaffee.

„Mir geht es genauso“, gab er müde lächelnd zurück. Er könnte sich auch einfach schlafen legen, so müde wie er war, aber das würde sicher nicht klappen. Evan hatte schon viel zu viel des koffeinhaltigen Getränks inne und außerdem wollte er diese seltene Ruhe genießen. Atlantis bei Nacht war etwas Wundervolles – leere Gänge, keine Hektik und man konnte schön seinen Gedanken nachhängen.

Sie schwiegen eine Weile, was für beide aber nicht unangenehm war. Selten war es so ruhig und da musste man das schon mal ausnutzen.

„Was ich Sie noch fragen wollte. Waren Sie eigentlich auch so schwer betroffen gewesen, mit Kopfschmerzen, Nasenbluten oder sogar einem geplatzten Trommelfell?“ Teyla fragte das, weil sie Major Lorne nicht auf der Krankenstation gesehen hatte.

„Nein, ich hatte nur etwas Kopfschmerzen. Darüber bin ich auch ganz froh. Sie hatte es ganz schön erwischt, nicht wahr?“ Evan nahm einen letzten Schluck aus der Tasse. Er seufzte – nun war sie restlos alle. Das musste für heute auch reichen, zu viel Kaffee mochte er gar nicht und wie McKay literweise nachzukippen ließ ihn erschaudern.

„Ja, das stimmt. Mir ging es nicht sehr gut und ich dachte schon...“ Sie stockte, blickte ihr Gegenüber kurz an, nur um dann den Kopf zu senken. „Ich dachte ich würde sterben.“

Sie hörte Major Lorne schlucken. Teyla sah aber nicht wie er das Gesicht verzog.

Natürlich hatten die beiden selten Gespräche geführt und wenn es dann mal dazu kam, waren die aber doch immer eine willkommene Abwechslung. Teyla schätzte den Major sehr und sie sah ihn schon als eine Art Freund an. Vielleicht konnten sie irgendwann eine richtige Freundschaft aufbauen, dass würde ihr sehr gefallen.

„Ich bin froh, dass es Sie nicht erwischt hat. Leider gab es einige die es nicht geschafft haben.“ Evan sprach mit fester Stimme. Es starben oft Leute auf Atlantis oder bei Missionen. Manche Verluste trafen ihn härter als andere, aber trotz dessen, war es immer wieder traurig ein Mitglied der Expedition zu verlieren.

Teyla schaute ihn etwas traurig an. Er hatte Recht und irgendwie war sie jetzt noch wehmütiger als zuvor.

„Das stimmt leider“, seufzte die Athosianerin.

„Oh je, jetzt haben wir beide, nicht mehr die beste Stimmung. Aber ich denke auch über solche Ereignisse muss man reden.“

Teyla nickte und ließ ihren Blick über die leere Cafeteria schweifen. Früh war immer alles so voll und irgendwie konnte man sich diesen Raum leer kaum vorstellen.

„Komisches Gefühl, wenn es hier so leer ist, nicht wahr?“ Evan hatte bemerkt wie sie sich umgeschaut hatte.

„Allerdings. Sonst ist es hier immer so laut.“

Stille legte sich noch einmal über sie. Es war so ruhig, dass nur ihr atmen zu hören war.

„Danke für das Gespräch, Teyla. Ich werde noch eine Runde laufen“, sagte Major Lorne lächelnd, während er aufstand. Er hoffte nicht unhöflich zu wirken, denn irgendwie hatte ihn die Müdigkeit doch plötzlich übermannt.

„Ich habe Ihnen zu danken.“ Sie lächelte ebenfalls und beide verließen dann die leere Cafeteria.


***


Wieder lief sie alleine durch die Gänge. Evan hatte eine andere Richtung eingeschlagen, wahrscheinlich war er doch schlafen gegangen, auch wenn er schon Kaffee getrunken hatte.

Teyla hatte dieses Gespräch gut getan. Es war wichtig sich mit jemandem vernünftig unterhalten zu können, vorallem wenn man sich die Zeit dazu nahm.
Ihre Stimmung hatte sich zwar nicht wesentlich geändert, aber das machte ihr im Moment nichts aus.

Sie lief ihren Blick schweifen. Auf diesem Gang gelangte man zu einem Balkon.

Teyla hörte wie sich eine Tür weiter vor ihr öffnete. Frische Meeresluft blies ihr ins Gesicht und durch ihre Haare. Sie atmete den salzigen Geruch ein und lief dann zügiger auf ihr Ziel zu.

Es war also noch jemand dort hingegangen.

Sie bog um die letzte Ecke und sah dann schon die Tür direkt vor sich. Die Athosianerin öffnete sie mit der gewohnten Handbewegung und trat dann hinaus an die, heute nicht allzu, kalte Nachtluft.

Teyla erkannte gleich die Person, die sich auf dem Balkongeländer aufgestützt hatte und mit seinen Füßen langsam hin und her wippte – es war Rodney.

Der sternenbehangene Himmel ließ Atlantis nicht vollkommen dunkel wirken. Die Stadt war kaum noch beleuchtet, dass war um diese Uhrzeit auch unnötig.

Die Athosianerin trat langsam zu Rodney ans Geländer. Sie stützte ebenfalls ihre Hände darauf und warf einen Blick auf das friedlich wirkende Meer.

Kleine Wellen durchzogen das Wasser und brachen dann an den Pieren der Antikerstadt. Ab und zu trieb der Wind eine größere Welle vor sich her, die dann umso stärker in sich zusammen fiel. Die Sterne warfen ein schönes warmes Licht auf das Meer und ließen es glänzen. Teyla beobachtete das eine Weile, bis sie sich Rodney zuwandte. Er hatte sie gar nicht bemerkt.

„Rodney?“, fragte sie vorsichtig und leise.

Er schreckte bei der Nennung seines Namens auf, blickte dann entgeistert um sich, bis er die Athosianerin ins Auge fasste. Rodney musterte sie kurz, lächelte dann etwas schief und wandte seinen Blick wieder auf das Meer.

„Ich habe Sie gar nicht bemerkt. Oder wollten Sie mich erschrecken?“, fragte der Wissenschaftler ruhig, bevor die Meeresluft tief einsog.

„Oh nein, gewiss nicht. Tut mir leid, ich wollte nicht stören...“

„Schon ok.“ Rodney gestikulierte mit seinen Händen und blickte dann wieder zu Teyla. Anscheinend wollte er nicht unhöflich wirken, in dem er abwesend auf das plätschernde Wasser blickte.

Teyla lächelte sanft. „Sie hier zu treffen hat mich... überrascht. Sie arbeiten doch meist die Nächte in Ihrem Labor durch und Sie wirken so...“

„... Wehmütig?“, beendete er ihren Satz. Er seufzte kurz. Sie hätten alle sterben können, wieder einmal. Doch diese Wale hatten ihn gerettet. Seine Sam, er korrigierte sich in Gedanken selbst, sein Sam war auch dabei gewesen. Irgendwie vermisste er das kleine Säugetier. Er hing doch nicht etwa an ihm? Rodney schüttelte diesen Gedanken ab... obwohl... Er wusste selbst nicht was auf einmal mit ihm los war.

„Rodney Sie scheint das auch mitgenommen zu haben. Natürlich kann ich mich auch täuschen, aber“, sie atmete tief durch, so hatte sie Rodney selten gesehen, „Sie wirken so in sich gekehrt...“

„Mh“, gab er zurück. Er dachte nach, irgendwie hatte sie Recht. „Das stimmt vielleicht sogar. Etwas was ich von mir selbst auch nicht kenne.“ Rodney grinste verlegen. Er hatte heute für seine Verhältnisse schon richtige Gefühlsäußerungen von sich gegeben. Er war doch nicht etwas krank? Nein... nur etwas wehmütig und sentimental. Das durfte doch jeder Mensch mal sein, oder?

Teyla schaute ihn überrascht ab. Sie hatte Recht, dieses Wehmütige hatte sich wie eine unsichtbare Schicht auf die Antikerstadt gelegt.

„Ich verstehe Sie, mehr als Sie glauben“, gab sie zu.

„Etwas Seltenes bei uns, mh?“ Rodney seufzte. Er warf einen Blick in den Sternenhimmel, dann löste er seine Hände vom Geländer, drehte sich um und lehnte sich mit dem Rücken leicht dagegen. Er verschränkte seine Arme vor der Brust und schien erneut nachzudenken.

„Das stimmt leider...“ Die Athosianerin blickte ihn etwas traurig von der Seite an. Sie hatten nicht das beste Verhältnis zueinander, aber sie wusste, dass ihr an Rodney auch viel lag. Nur wurde ihr das nicht oft bewusst, da es eher so schien als hätte er seine eigene kleine Welt. Irgendwie schmerzte sie das auch. Rodney war in ihren Augen meist verständnislos, aber hier zeigte er eine Seite, die sie sehr selten zu sehen bekam.

„Hey jetzt haben Sie meine schwache Seite gesehen. Ich schlage vor Sie erzählen es gleich irgendjemanden.“

Teyla starrte ihn enttäuscht an. Irgendwie war ihr klar gewesen, dass er sich jetzt wehren würde – alles von sich lenken würde, nur weil er mal eine andere Seite gezeigt hatte.

„Bitte Rodney, hören Sie auf damit. Das würde ich nie tun“, gab sie ruhig zurück.

Er schwenkte seine Armen mit seltsamen Bewegungen durch die Luft. Rodney schien etwas sagen zu wollen, ließ es dann aber fallen und tauchte dann wieder in seine eigene Gedankenwelt ab.

„Ich werde weiterlaufen“, sagte Teyla und drehte sich mit diesen Worten vom Geländer weg. Sie lief mit langsamen Schritten zur Tür.

„Es tut mir leid.“ Rodney hatte das sehr deutlich gesagt, so dass sich die Athosianerin noch einmal umdrehte.

„Es braucht Ihnen nicht Leid zu tun. Ich muss Ihnen danken, dass Sie so offen zu mir waren.“ Ein ehrliches Lächeln zeichnete sich in ihrem Gesicht ab und entlockte Rodney ebenfalls eines. Sie blickte ihn noch eine Weile an, bis sie wieder auf den leeren Gang trat.

Sie lief den Weg ein Stück zurück, den sie vorher gekommen war. Bog dann aber gleich an der ersten Abzweigung ab, der zum Trainingsraum führte. Teyla wusste nicht warum sie gerade diese Richtung einschlug. Sie erwartete dort niemanden anzutreffen, doch in dieser Nacht wurde sie schon so oft überrascht, da würde sie nichts mehr wundern.

Als sie vor den Türen ihres Zieles angekommen war, trat gerade John aus dem Raum.

„Hi Teyla“, sagte er und hielt kurz inne.

„Hallo John. Waren Sie alleine, in der Nacht, trainieren?“, fragte die Athosianerin etwas überrascht.

Sheppard grinste. Teyla fiel auf einmal sein leicht gerötetes Gesicht auf. Es war wohl doch noch jemand im Trainingsraum. Sie hoffte auf jemanden bestimmtes, erwartete aber nicht zu viel.

John sah ein Lächeln auf ihren Lippen, entweder lachte sie über sein rotes Gesicht, was er ihr durchaus zutraute oder sie wusste wer sie erwartete.

„Nein, es ist noch jemand drin. Aber ich denke Sie wissen wen ich meine“, sagte John um dieses Anschweigen zu unterbrechen.

Teyla nickte ihm zu und er verabschiedete sich von ihr.

Sie öffnete die Tür und trat in den Trainingsraum ein.

Ronon saß an einer Wand und die Kampstöcke lagen auf dem Boden vor seinen Füßen. Er hatte anscheinend mal wieder mit John gekämpft. Teyla musste grinsen, der Colonel war sicher ein einfacherer Gegner, als sie. Das Ronon sich an ihr oft die Zähne ausbiss, amüsierte sie.

„Was grinsen Sie so?“, sagte Ronon. Er meinte das aber nicht böse, denn im nächsten Augenblick hatte er ein Lächeln auf den Lippen, etwas was Teyla bei ihm oft vermisste.

Sie setzte sich neben ihn und antwortete dann scherzhaft: „Ich hab mich nur gefragt, ob Sie John heute nicht zu sehr geschunden haben.“

„Er will nie geschont werden, da mach ich das auch nicht“, gab Ronon ehrlich zu. Er schaute sie von der Seite an und weil sie so nah beieinander saßen, spürte Teyla seinen Atem auf ihrer Haut.

Eine wohlige Wärme breitete sich in ihrem Körper aus. Sie blickte in seine braunen Augen und verlor sich darin. Er bedeutete ihr so viel. Wenn er da war, fühlte sie sich wohl und ein Kribbeln breitete sich aus, was sie selten zuvor gespürt hatte.

Sie wusste nicht, dass Ronon genauso empfand. Er blickte sie lange an und seine etwas wehmütige Stimmung, die er seit kurzer Zeit mit sich rumschleppte, schien auf einmal wie verflogen und das allein durch die Anwesenheit von Teyla. Er spürte, dass da mehr war als Freundschaft. Es verband sie so viel – viele gemeinsame Missionen, Trainingsstunden und miteinander verbrachte Freizeit.

Seine Hand berührte ihr Gesicht und sie spürte wie sie eine Welle des Glücks erfasste, sie regelrecht mit sich riss.

Dann, ganz langsam näherte er sich ihr. Er spürte ihren Atem auf seiner Haut und bevor er sich ganz in ihr verlor, berührten seine Lippen, die ihren.

Sie küssten sich erst zaghaft und dann immer sicherer. Teyla legte ihre Arme um seinen Hals damit sie ihn noch näher an sich heranziehen konnte. Ronon griff nah ihren Hüften, so dass sie sich beide aneinander festhielten. Keiner die beiden wollte wieder loslassen. Eine ganze Weile küssten sie sich so, erfasst von Glück und Liebe, bis Teyla langsam losließ um nach Luft zu schnappen.

Ronon lehnte seine Stirn gegen die ihre und lächelte zufrieden.

Beide ließen sich nach einem kurzen Augenblick wieder gegen die kalte Wand des Trainingsraumes fallen. Teyla legte ihren Kopf auf seine Schulter und er legte einen Arm um sie.

„Als das mit den Walen passiert ist und du auf der Krankenstation lagst, da ist mit erst so recht bewusst geworden was in mir vorgeht.“ Ronon blickte sie an. Er hatte solche Angst gehabt sie zu verlieren. Warum war ihm es erst da so klar erschienen? Viele Menschen fanden erst nachdem sie glaubten einander zu verlieren zueinander.

„Ich danke dir so sehr, dass du bei mir warst.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und strich ihm mit einer Hand über die andere.

„Ich liebe dich Teyla“, sagte er mit fester Stimme. Ronon meinte es ehrlich und aus tiefstem Herzen. Nie hatte er geglaubt wieder jemanden zu finden, nachdem er seine Verlobte verloren hatte. Auf einmal fühlte er sich nicht mehr so einsam, durch Teyla wurden versteckte Gefühle wieder freigesetzt.

„Ich liebe dich auch.“ Selten hatte sie diese Worte in ihrem bisherigen Leben benutzt und sie war froh das sie es jetzt wieder tun konnte und zwar aufrichtig.

Er küsste sie erneut und es fühlte sich genauso gut an, wie beim ersten Mal. Glück und Zufriedenheit machte sich auf ihren Gesichtern breit. Sie lehnten sich wieder aneinander und genossen es so nah beieinander zu sein. Dieser Moment erschien wie eine Ewigkeit und brannte sich für immer in ihr Gedächtnis.

In dieser Nacht hatte Teyla einige Menschen von einer anderen Seite gesehen, dass würde sie nie vergessen und für immer tief in ihrem Herzen behalten.


ENDE

Comments

( 5 comments — Leave a comment )
antares04a
Dec. 23rd, 2007 07:55 pm (UTC)
Da haben die Wale ja einige Menschen ganz schön nachdenklich zurück gelassen!
Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es die Leute doch zum Nachdenken bringt, wenn Lebewesen, die sie "nur" als Tiere angesehen plötzlich ihr Leben retten.
Und auch, dass die Todesgefahr bei einigen Leuten doch einen Denkprozess in Gang gesetzt hat, hast du sehr schön beschrieben.

Interessant, dass John schon vorher zu wissen scheint, was Teyla erst noch bestätigt bekommen muss. *g*
camysy
Jan. 1st, 2008 01:52 pm (UTC)
Danke, dass es für dich vorstellbar ist. Ich hatte da erst so meine Zweifel...

Ja, das mit John fand ich irgendwie passend, immerhin ist er mit Ronon und Teyla befreundet und da denke ich erfährt man untereinander schon einiges. ;)

Danke fürs Feedback!
mella68
Dec. 23rd, 2007 10:29 pm (UTC)
Eine sehr schöne und nachdenkliche Story. Sehr schön beschrieben, wie alle darüber nachdenken, dass mit Technik nicht jedes Problem lösbar ist.

Irgendwie vermisste er das kleine Säugetier.
*grins* Na ja, als klein würde ich einen Wal nun nicht gerade bezeichnen.

Schön, dass sich bei dir Teyla und Ronon endlich gefunden haben.
camysy
Jan. 1st, 2008 01:54 pm (UTC)
*g* Ja, ich weiß ein Wal ist kein kleines Säugetier... aber Sam ist ja noch ein "Baby-Wal" und da fand ich die Bezeichnung ganz amüsant.

Danke für deine Feedback, es freut mich, dass dir meine FF gefallen hat!
sinaida
Jan. 2nd, 2008 04:24 pm (UTC)
Die Story ist wirklich gut geworden. :-) Ich mochte die Begegnung zwischen Rodney und Teyla. Und auch wie Ronon und Teyla letztendlich zueinander gefunden haben, hast du sehr schön beschrieben.
Schreib ruhig mehr Atlantis-FF. :-)

( 5 comments — Leave a comment )

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