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Wichtelgeschenk für artphilia



Alles Liebe zu Weihnachten, artphilia! Und auch allen anderen SGA-Wichteln die besten Wünsche zu den Festtagen!

Titel: Brave New World
Autor: Birgitt Schuknecht
Fandom: Stargate Atlantis
Charaktere: McKay, Sheppard, Zelenka
Kategorie: Slash
zeitliche Einordnung: irgendwann zwischen Epiphany und Grace under Pressure
Spoiler: für Epiphany und Grace under Pressure
Zusammenfassung/Appetithappen: Wie Sheppard und McKay zu ihrem Traum vom FlieWaTüt kommen.
Anzahl der Worte: 1917 (ohne Titel und Header)
Datum: 24.12.2005
Disclaimer: Ich besitze keinerlei Rechte an den Charakteren und den Ereignissen aus Stargate Atlantis. Diese Rechte gehören MGM Television. Ich beabsichtige in keiner Weise, diese Rechte zu beschneiden. Zwar besitze ich die Rechte an dieser Geschichte, habe aber keine Intention, durch sie materielle Vorteile zu erlangen.
Anmerkungen: Dies ist mein Geschenk für artphilia im Rahmen des Weihnachtsprojektes der sga_wichteln. Hier ist der Wunschzettel: Ich hätte wahnsinnig gerne was zum Thema McShep. Das ist mein absolutes OTP. Ob Slash oder Het ist egal. Nur bitte KEIN ShWeir, das ist soooo öde. Teyla/Ronan wäre auch ok, aber McShep wäre mir echt lieber. :D. - Ich hoffe, meine kleine Story über McKay und Sheppard gefällt dir, artphilia!
Beta: aislingde


"Wir würden eine Menge wertvoller Zeit sparen, wenn du einfach deinen Charme spielen lässt und den Jumper davon überzeugst, dass er unter Wasser ebenso zuverlässig funktionieren wird wie in der Luft."

Sheppard schloss für ein paar Sekunden die Augen und schluckte die scharfe Bemerkung runter, die er auf der Zunge und auf dem Herzen hatte. "Wie lange hast du schon nicht mehr geschlafen, Rodney?"

"Einen Tag, dreiund- Nein, warte es sind genau zwei Tage und 24 Minuten. Aber was hat das mit irgendetwas zu tun?"

"Es würde erklären, warum du versuchst, mir mit einer solch unsinnigen Bemerkung den letzten Nerv zu rauben. Ich kann dem Jumper ebensowenig Simsalabim-Kunststückchen beibringen, wie ich Atlantis zum Schlaraffenland der Pegasusgalaxie machen kann."

"Schade eigentlich."

"Rodney, du hast deine Schokoriegel schon seit Wochen nicht mehr rationieren müssen."

"Weil ich mich im Griff habe." McKay versenkte seine Hände in den Hosentaschen und begann, auf und ab zu gehen. Sheppard warf einen verstohlenen Blick auf die Uhr seines Laptops. McKay hatte es doch tatsächlich geschafft, für drei Minuten still zu stehen. Nun, zumindest auf einer Stelle stehen zu bleiben. Still war doch etwas ganz anderes.

"Du langweilst dich."

"Das tue ich in der Tat! Dass es dir auch schon aufgefallen ist!" Die Entrüstung war unüberhörbar.

"Da siehst du mal, wie das ist", sagte Sheppard.

McKay war offensichtlich zu schlecht gelaunt, um ihm diese gemurmelte Bemerkung durchgehen zu lassen. "Was genau soll das denn heißen?"

Sheppard lehnte sich in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Er neigte den Kopf in Richtung Monitor und hob eine Augenbraue. McKay brauchte nicht lange, um die Geste zu interpretieren.

"Du meinst, ich bekomme meine eigene Medizin zu schmecken? Ich erleide hier nur das, was ich dir seit Wochen, nein, Monaten zumute? Es geschieht mir recht, zur Abwechslung derjenige zu sein, der geduldig warten muss, bis sein F-- bis der andere mit seinen endlosen Berechnungen fertig ist?"

Sheppard konnte bei dem Beinaheversprecher ein Grinsen nicht unterdrücken und er gab sich auch nicht sonderlich Mühe. "Ich würde es etwas einfacher ausdrücken, aber im Prinzip hast du Recht."

"Du könntest dir und mir - uns - das Leben leichter machen, wenn du mir endlich Einzelheiten über dieses Vorhaben verrätst. Falls es dir noch nicht klargeworden ist: Ich habe einige Erfahrung auf der Gebiet der angewandten Naturwissenschaften." McKay ging ein paar Schritte weiter, bis er freie Sicht auf den Monitor hatte. Als er sich dem Schreibtisch weiter näherte, rollte Sheppard mit seinem Stuhl nach links, bis ein Knurren deutlich machte, dass er McKay im Weg war. Sheppard lachte zufrieden. Die Unterbrechung tat ihm gut - dieser Tag war auf seltsame Art anstrengend gewesen und er hatte mittlerweile einen ziemlichen Respekt für die Wissenschaftler der Station entwickelt, die sich mit so viel Enthusiasmus an ihre Forschungsaufgaben machten.

"Gib mir noch ein paar Stunden. Ich werde dich einweihen, aber ich möchte wegen meiner Idee weder ausgelacht wer--"

"Auslachen? Wie kommst du nur auf den absurden Gedanken, dass ich dich--"

"Rodney--"

"Schon gut. Ich höre zu." McKay wippte auf den Fußballen vor und zurück. "Sprich weiter. Ich höre zu. Versprochen. Pfadfinderehrenwort!"

"Was auch immer kanadische Pfadfinder darunter verstehen..." Sheppard lachte wieder, als McKay die Augen verdrehte. "Ich möchte wegen meiner Idee weder ausgelacht werden, noch will ich, dass einer von euch Laborratten seine spitzen Zähnchen in das Projekt schlägt und damit auf und davon rennt, bevor ich auch nur Pegasusgalaxie sagen kann."

"Laborratten!"

"Du weißt, wie ich das meine, Rodney."

"Natürlich. Ohne Frage entspringt diese Bezeichnung einzig und allein deinem tiefen Respekt vor den Leistungen meines Teams--"

"Vor allem dem Respekt vor deinen Leistungen, Rodney", nahm Sheppard McKay allen Wind aus den Segeln, bevor der jeden Bezug zu Zeit - es ist nach drei in der Früh! - und Raum (sie befanden sich in Sheppards kleinen Refugium, das er für sich als Büro requiriert hatte, natürlich mit der wohlwollenden Zustimmung von Atlantis) verlor und die Nacht mit einem Monolog ausklingen ließ.

"Selbstredend." McKay hörte auf zu wippen. "Hat es vielleicht noch etwas Zeit?"

"Mein Projekt?"

"Haben wir irgendwann das Thema gewechselt, ohne dass ich es mitbekommen habe? Natürlich dein Projekt. Hat dein Projekt noch etwas Zeit?"

Betont lässig drehte sich Sheppard zum Monitor, betätigte ein paar beliebige Tasten, zählte langsam von Null bis Sieben. Und wandte sich wieder McKay zu, rechtzeitig, um die bevorstehende Ex- oder Implosion zu verhindern. "Ich denke, ich habe für heute genug getan. Themenwechsel!" Er machte eine dramatische Pause. "Zu dir oder zu mir?"

McKay grunzte etwas Unverständliches und Sheppards Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen, als er begriff, dass sie es nicht aus dem Büro schaffen würden. Doch bevor McKay den ersten Schritt machen konnte, deaktivierte Sheppard seinen Computer. Schließlich sprach viel dafür, dass McKay die Regeln im Krieg ebensowenig beachtete wie in der Liebe.

***


Sheppard lag hellwach in seinem Bett. Weder Besprechungen noch Missionen warteten auf ihn, und müde war er eigentlich auch. An Schlaf war dennoch nicht zu denken. Seit seinem überlangen Meditationskurs für zukünftige höherentwickelte Lebewesen aus purer Energie war Ausschlafen zu einem Fremdwort geworden. Der Zustand hatte sich mit der Zeit etwas gebessert, war aber von normal noch weit entfernt. Anfangs - direkt nach seiner Rückkehr - hatte ihn jedes noch so leise Geräusch aus dem Schlaf hochschrecken lassen. McKay brauchte sich nur zu regen und Sheppard saß aufrecht im Bett. Er hatte mehr als zwei Wochen gebraucht, um sich wieder an McKays Gegenwart zu gewöhnen. McKay war ein unruhiger Schläfer und den daraus resultierenden Schlafmangel hatte Sheppard ausgeglichen, wann immer er eine Ruhepause einschieben konnte.

Wundersamerweise hatte ihm Weir in dieser Zeit von Missionen verschont und auch die Wraith hatten sich an diese Karenzzeit gehalten. Zumindest bezüglich Weir hatte Sheppard mehr als nur eine Ahnung, wer ihr geflüstert hatte, dass er - Sheppard - wieder zu sich selbst zurückfinden musste. Was die Wraith anging: Sheppard erwischte sich ab und an bei der Vorstellung, wie ein unerschrockener McKay einem dieser Seelensauger in deutlichen Worten klarmachte, was passieren würde, falls die Wraith Sheppards Urlaub störten. Nicht, dass er McKay jemals von diesen Theorien erzählen würde.

Überhaupt: Theorien. Sheppard dachte nach. Mehr als er es zu irgendeinem anderen Zeitpunkt jemals getan hatte. Und das Erstaunliche: Es war keine vertane Zeit, kein sinnloses Unterfangen, es fühlte sich nicht falsch an. Sondern sogar sehr richtig. Nicht, dass er jede Entscheidung rational und distanziert von allen Seiten beleuchtete. Er war und blieb ein Bauchmensch, aber gerade Ideen wie die, einen Puddlejumper zu einem U-Boot umzubauen, waren nichts, was sich mit Augen zu und durch umsetzen ließ.

Normalerweise wäre er mit seinem Einfall sofort zu McKay gerannt, hätte ihm hastig von seinen Vorstellungen erzählt, hätte ihn - notfalls mit Waffengewalt - in Weirs Büro gezerrt und solange mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln auf die Frau eingeredet, bis diese widerwillig nachgegeben hätte. Und wäre danach dem Wissenschaftsteam und vor allem McKay bei der Realisierung des Projekts unglaublich auf die Nerven gegangen.

Das wollte er diesmal nicht. So wollte er es diesmal nicht. Er wollte... mehr. Mehr für sich. Und er hatte sich selbst in den letzten Tagen bewiesen, dass er es auch haben konnte. Die Faszination trieb ihn voran, das Ziel brachte ihn dazu, Stunden und Tage vor dem Computer zu verbringen und komplizierte Berechnungen für seine Konstruktionspläne anzustellen.

Er hatte McKay nur beiläufig davon erzählt, als dieser mit Modellrechnungen zur Effizienzsteigerung von ZPMs vollauf beschäftigt und entsprechend abgelenkt war. Erst als McKay seine Experimentreihe erfolgreich abgeschlossen hatte, war diesem bewusst geworden, woran Sheppard arbeitete. Und es hatte seine Neugier geweckt.

Sheppard grinste, als er daran dachte, was McKay alles versucht hatte, um seine Unterlagen einzusehen oder an seinen Computer heranzukommen. Erst gestern hatte er McKay dabei erwischt, als er versuchte, Zelenka dazu zu bringen, seine Dateien zu hacken.

"Angst, dir selbst die Hände schmutzig zu machen, Rodney?"

McKay zuckte zusammen, wirbelte herum. Seine Augen waren geweitet, er atmete hastig und sein Gesicht verlor schnell an Farbe.

"Keineswegs, Colonel Sheppard! Was Sie gerade beobachtet, nein, belauscht haben, ist ein Beispiel für
Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Ich habe feststellen müssen, dass unsere Feinde nicht gerade zimperlich in der Wahl ihrer Mittel sind, und es kann nur vorteilhaft sein, wenn ich in der Lage bin, mein Verhalten den Herausforderungen entsprechend anzupassen. Da draußen ist es wichtig, in prekären Situationen einen kühlen Kopf zu behalten, zum richtigen Zeitpunkt auf seinen Instinkt zu vertrauen und sich nicht zu scheuen, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen."

Whoah, wo kam das denn jetzt her? Sheppard war sprachlos. McKay hatte viel mehr getan, als Sheppards bissige Bemerkung zu kontern.

Zelenka räusperte sich hörbar. "Ich denke, wir sind hier fertig." Keiner der beiden reagierte auf ihn und er packte seinen Laptop und verschwand.

Sheppard sah ihm nach, bis er aus der Tür war, wandte sich wieder McKay zu. Die Blässe in dessen Gesicht wich einer leichten Röte. "Rodney, ich--"

McKay hob eine Hand und schüttelte den Kopf. "Ich habe einen Termin mit Elizabeth. Wir seh--" McKay brach ab und ergriff die Flucht. Sheppard unterdrückte den Impuls, ihm nachzulaufen. McKays Verhalten verwirrte ihn - bevor er ihn zur Rede stellte, musste er sich die Geschichte unbedingt durch den Kopf gehen lassen.


Sheppard drehte sich vom Rücken auf die Seite, so dass er McKay betrachten konnte. Er lächelte leicht: Selbst im Schlaf runzelte McKay die Stirn. Sheppard gab der Versuchung nicht nach, ihm das Gesicht zu streicheln. Es reichte, wenn einer von ihnen an Schlaflosigkeit litt.

Der gestrige Zwischenfall mit Zelenka hatte Sheppard lange beschäftigt. Nicht, dass er McKay böse war, nein, die Geschichte amüsierte ihn viel mehr, als dass sie ihn ärgerte. Er konnte sich vorstellen, wie die Neugier McKay auffressen musste.

Heute werde ich ihn in meine Pläne einweihen, schwor er sich. Das Puddlejumper-Projekt war kein Spiel - und das, was zwischen ihm und McKay war, erst recht nicht. So viel Spaß es machte, McKay zu necken und hinzuhalten - es war nicht mehr lustig, wenn McKay dadurch das Gefühl bekam, dass Sheppard ihm nicht traute.

Okay, sechs Monate waren eine lange Zeit, wenn man darauf wartet, von seinen Freunden und Kollegen gerettet zu werden. Eine simple Nachricht, die Sheppard über das Zeittor aufgeklärt hätte, hätte ihm eine Menge Ängste erspart. Aber diesen Fehler - und für Sheppard war es nicht mehr oder weniger als ein Fehler - konnte man ebenso Teyla oder Ronon vorwerfen. Nicht, dass Sheppard das tun würde - die Sache war vergeben und vergessen. Nun, vielleicht nicht ganz vergessen. McKay war der einzige, der sich die Geschichte immer noch zu Herzen nahm, so sehr, dass er offensichtlich glaubte, sein Verhalten, ja sogar seine Art, an Probleme heranzugehen, ändern zu müssen.

Sheppard lachte leise. Es schien, als hätten sie die Rollen getauscht. Er selbst versuchte, sich die theoretische Basis für ein neues Abenteuer zu erarbeiten, er analysierte seine Beziehung zu McKay, unterdrückte den Drang, spontan zu handeln... und McKay übte sich darin, mehr mit dem Bauch zu denken.

Wir sind schon ein Paar. Du willst sein wie ich, ich will sein wie du.

Grinsend schüttelte Sheppard den Kopf. Was für eine Horrorvorstellung!

Er sah McKay an und sein Grinsen verschwand. Das hier war ernst. Das hier war etwas Besonderes

Heute werde ich dir meine Pläne zeigen, du kannst sie auseinandernehmen und dann werden wir sie gemeinsam wieder zusammensetzen. Und wir gehen gemeinsam zu Weir und beweisen ihr, wie gut-- wie genial die Idee ist.

Wenn sie es richtig anstellten, würden sie das Beste aus zwei Welten zu etwas ganz Neuem formen. Hier, in ihrer Neuen Welt.

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