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Mist and Stone
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Wichtelgeschenk für melsta

Titel: Teamwork
Autor: Shendara aka shendara

Characters: Kavanagh, McKay, Sheppard & ein Hauch von Weir/Zelenka
Rating: G
Category: Kavanagh-Story. Das ist eine Kategorie für sich! *g*
Spoiler: 01x13 (Hot Zone)

Summary: "So, Kavanagh, Sie haben also das Geheimnis unseres Trinkwassers gelüftet."
Wordcount: 2.114
Datum: 23.12.05

Note: Meine sga_wichteln Story für melsta. Ich habe ihre Wünsche (ein normaler Tag im Leben eines Nebencharakters, wie z.B. Kavanagh oder Weir/Zelenka, aber ja kein NC-17) gnadenlos zusammengemischt und herausgekommen ist… das hier. Ich hoffe, es gefällt trotzdem! Auch wenn es bei weitem kein typischer Tag für Kavanagh ist. ;)
Mein Dank für die Beta geht - wieder einmal - an Birgitt (magnifica7) für eine extraschnelle und gründliche Beta. :)

Entweder auf den Titel oben clicken (Link zu meiner Webpage) oder auf den Cut:

Teamwork
© by Shendara


"Sie ist inkompetent, getrieben von ihren Gefühlen und mit ihrer Stellung völlig überfordert." Kavanagh schnaubte abfällig und konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit, während im Hintergrund noch immer die Wut auf Weir brodelte.

"Sie gehen zu hart mit ihr ins Gericht."

"Nicht jeder stellt sie auf ein Podest und betet sie an", gab er schnippisch zurück. Die Antwort war automatisch, er musste keinen Gedanken daran verschwenden. Trotzdem konnte er spüren, dass seine Worte getroffen hatten.

"Vollidiot", murmelte Zelenka gerade laut genug, dass er es hören konnte. Kavanagh schnitt eine Grimasse, reagierte aber ansonsten nicht darauf. Er hatte längst gelernt, nicht mit seinen "Kollegen" zu argumentieren - sie gewannen allein schon aufgrund ihrer zahlenmäßigen Übermacht und ganz ehrlich gesagt war es ihm das nicht wert. Was ihn aber auch nicht davon abhielt, hin und wieder zu versuchen, ihnen die Augen zu öffnen.

"Dr. Zelenka?"

Kavanagh zwang sich dazu, nicht zu reagieren, als direkt hinter ihm Weirs Stimme ertönte. Er biss die Zähne zusammen und hoffte, dass die Frau so schnell wie möglich wieder verschwand. Mittlerweile war seine Abneigung derart stark geworden, dass er es kaum noch aushielt, mit ihr in einem Raum zu sein. Es war sein Glück, dass sie sich nicht oft in die Nähe der Labore verirrte.

"Dr. Weir. Was kann ich für Sie tun?"

Oh ja, Zelenka hatte es voll und ganz erwischt und er schämte sich nicht einmal dafür. Es gab Momente, in denen Kavanagh sich wünschte, die beiden würden endlich mit dem Tanz umeinander aufhören und miteinander ins Bett gehen - dann müsste er wenigstens nicht Zelenkas Dackelblick und fast schon ehrfurchtsvolles "Dr. Weir" ertragen. Obwohl… ob die Alternative besser wäre? Er schauderte beim bloßen Gedanken daran, wie Zelenka sich aufführen würde, sollte er endlich von Weir erhört werden.

"Sie haben etwas für mich?", frage Weir gerade und Kavanagh bereitete sich mental auf einen Vortrag Zelenkas vor.

Doch zu seiner Überraschung hörte er nur noch Zelenkas "Ja, wenn Sie mir bitte folgen würden" und sah aus den Augenwinkeln, wie er im letzten Moment die Hand zurück riss, bevor er Weir am Arm berührte, um sie aus dem Raum zu führen.

"Furchtbar mitanzusehen, finden Sie nicht auch?" Für einen Moment dachte er, dass er seinen eigenen Gedanken laut ausgesprochen hatte, dann starrte er verwirrt und auch misstrauisch auf seinen Gegenüber. "Dieses Hinterhergehechle…" Ein leises Seufzen.

"Es ist völlig unprofessionell", stimmte Kavanagh zu und versuchte, sich den Schock darüber, eine normale Unterhaltung mit Rodney McKay zu führen, nicht allzu deutlich anmerken zu lassen.

Dem schiefen Grinsen, das McKay ihm zuwarf, nach zu schließen war er nicht sonderlich erfolgreich und er wandte sich ab.

"Unprofessionell, ja, vielleicht", sagte McKay mit einem seltsamen Unterton in der Stimme. "Aber wer kann es ihm verdenken? Und sagen Sie jetzt nicht 'ich'." McKay hob abwehrend die Hand und Kavanagh blieb zu seiner eigenen Überraschung still.

Oh, er hatte tausend und noch einen bissigen Kommentar auf Lager, doch er wollte den fragilen Frieden, der sich in den letzten Wochen zwischen ihm und McKay gebildet hatte, nicht unnötig gefährden. So sehr es ihm auch widerstrebte, musste er zugeben, dass ihm seine Arbeit jetzt, wo McKay ihn nicht mehr bei jeder Gelegenheit anschrie und sich hin und wieder sogar zu einer Art Kompliment (Gratulation, Kavanagh, Ihre Berechnungen sind geringfügig korrekter als die Simpsons und würden uns erst drei Tage später umbringen) hinreißen ließ, Spaß machte. Es war also reiner Selbstzweck und nichts weiter, was ihn davon abhielt, etwas über McKays eigenes, hoffnungsloses Verlangen zu sagen.

"Was wollen Sie?" Im Zweifelsfall: Angriff lautete seine Strategie und die anfängliche Überraschung war mittlerweile blankem Misstrauen gewichen. McKay war nicht der Typ für sinnlosen Smalltalk, nicht einmal mit Leuten, mit denen er sich gerne abgab. Und zu dieser Gruppe gehörte Kavanagh definitiv nicht.

McKay verdrehte genervt die Augen. "Manchmal frage ich mir wirklich, warum das SGC dachte, außer mir noch irgendjemanden hier gebrauchen zu können. Falls Sie es vergessen haben, Kavanagh, Sie haben mich darum gebeten, mir heute etwas zeigen zu dürfen." McKay breitete die Arme aus und grinste ihn schief an. "Hier bin ich."

Kavanaghs Misstrauen wuchs. Nicht nur, dass McKay sich ihm gegenüber fast normal - zumindest nach seinen Maßstäben - verhielt, nein, er beleidigte ihn nicht und schien fast… glücklich zu sein? Nein, unmöglich, entschied er. Doch ein weiterer Blick auf McKay, der mittlerweile ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch trommelte, überzeugte ihn davon, dass doch irgendetwas los sein musste.

"Nun?"

Er riss sich mit Gewalt aus seinen Überlegungen; egal wie reizvoll das Mysterium des glücklichen McKay auch sein mochte, er konnte sich die Chance, normal mit dem Mann zu reden, nicht entgehen lassen. Und allen anders lautenden SGC-Gerüchten zum Trotz war McKay ein Genie und hatte seinen Posten hier nicht zu unrecht, so weh es Kavanagh auch tat, das eingestehen zu müssen. "Ich habe gehofft, dass Sie mir mit diesem Abschnitt der Datenbank helfen können", sagte er schließlich und rief die entsprechende Datei auf. "Ich glaube, dass es sich dabei um die Pläne für die Klärbecken im untersten Level der Stadt handelt."

Wenn es das war, hatte Kavanagh den Glückstreffer seines Lebens gelandet, denn schon seit Wochen versuchten sie, herauszubekommen, wo genau ihr Trinkwasser her kam und wie es gewonnen wurde.

"Sie haben Recht", stellte McKay nach einigen Minuten des konzentrierten Lesens fest. "Wir sollen das sofort an Maier aus der Hydrogeographie weitergeben", fuhr er fort und Kavanagh verzog angewidert das Gesicht. Das war sein Baby, verdammt! "Aber wissen Sie was? Ich habe eine bessere Idee." Er tastete nach seinem Headset und aktivierte es mit einem Grinsen. "McKay an Sheppard."

"Sheppard hier", hörte Kavanagh leise die Antwort des Majors.

"Haben Sie Lust auf ein wenig Abenteuerurlaub?"

"Immer", kam die prompte Antwort und Kavanagh war bereit zu schwören, dass er das übermütige Grinsen in Sheppards Stimme hören konnte. Er wollte fragen, was das Ganze sollte, doch McKays hoch erhobener Zeigefinger hielt ihn davon ab. Zum zweiten Mal heute fand er sich in der ungewohnten Lage, den Mund zu halten, wenn McKay es von ihm verlangte.

"Gut. Dann treffen wir uns in… sagen wir zehn Minuten im Ausrüstungsraum."

"Wohin geht's, was brauchen wir und soll ich jemanden mitnehmen?"

"Auf den untersten Level - Kavanagh glaubt, dass er endlich das Geheimnis unseres Wassers gelüftet hat -; die übliche Ausrüstung und nein."

Kavanagh hörte das Lachen Sheppards. "Schon verstanden. Niemand darf etwas davon erfahren. Zehn Minuten. Seien Sie pünktlich. Sheppard aus." Mit einem Klicken war die Verbindung unterbrochen.

"Auf was warten Sie noch, Kavanagh?", rief McKay schon halb aus der Tür. "Wir haben nur noch neun Minuten!"

"Sie wollen, dass ich mitkomme?!" Nein, versuchte er sich selbst zu überzeugen, seine Stimme hatte sich beim letzten Wort nicht überschlagen, ganz gleich, was seine Ohren ihm weismachen wollen.

McKay runzelte die Stirn. "Natürlich. Es war Ihre Entdeckung, also haben Sie auch das Privileg, als einer der ersten dahin zu gehen. Und jetzt: Abmarsch."

Entweder hatte McKay über Nacht den Nobelpreis verliehen bekommen oder er hatte endlich jemand ins Bett bekommen, anders ließ sich sein unheimlich gut gelauntes Auftreten nicht mehr erklären. Kavanagh konnte sich nicht entscheiden, was unwahrscheinlicher war - und angesichts der Tatsache, dass sie in einer andere Galaxie ohne jeden Kontakt zur Erde waren, war das mehr als bedenklich.


Natürlich wurden sie schon von Sheppard erwartet, als sie endlich in der Waffenkammer ankamen. Kavanagh stellte voller Neid fest, dass McKay der Sprint hierher kaum außer Atem gebracht hatte, während er selbst nur von seinem Stolz davon abgehalten wurde, hörbar nach Luft zu ringen.

"Rodney." Sheppard lächelte McKay kurz an, bevor sein Blick weiter zu Kavanagh wanderte. "Doktor." Er nickte leicht und Kavanagh bemühte sich, trotz seiner Überraschung angemessen darauf zu reagieren.

"Major."

Noch während er mit diesem seltsamen Ritual beschäftigt war, hatte sich McKay von ihm wegbewegt, und nur seine Reflexe retteten ihn, als nach einem schnellen "Kavanagh!" plötzlich ein Rucksack durch die Gegend flog und ihn genau in der Brust traf. "Waffen kriegt er keine", sagte McKay halblaut, während er mit erstaunlicher Sicherheit eine Beretta lud und in einem Halfter verstaute.

Kavanagh bemühte sich verzweifelt - und vergeblich -, nicht einen Hauch von Bewunderung für diesen selbstverständlichen Umgang mit Feuerwaffen zu empfinden. Ein kurzer Blick zeigte ihm, dass Sheppard zusätzlich zu Handfeuerwaffe und P90 auch noch ein Messer trugt - genau wie McKay mittlerweile auch.

"Erwarten Sie Probleme?", zwang er sich schließlich zu fragen und bekam dafür ein typisches McKay-Stirnrunzeln.

"Natürlich. Wir erwarten immer Probleme."

Sheppard zuckte mit den Schultern. "Nanovirus", sagte er schlicht und Kavanagh biss sich betreten auf die Zunge, während McKay Sheppard einen bösartigen Blick zuwarf.

"Danke für die Erinnerung, Major."

"Stets gern zu Diensten, Rodney." Sheppards Grinsen verschwand und wich einer ernsten, angespannten Mine. Als er sich schließlich von der Wand abstieß und zur Tür ging, konnte Kavanagh zum ersten Mal überhaupt daran glauben, es hier mit einem hochtrainierten Soldaten und nicht mit einem Teenager zu tun zu haben. Vielleicht war McKay doch nicht wahnsinnig, auf Missionen mit dem Major zu gehen, wie die meisten der Wissenschaftler annahmen.

Und Kavanagh musste gestehen, dass es Spaß machte, die normale - er glaubte zumindest, dass sie normal war - Interaktion zwischen McKay und Sheppard zu beobachten. Er grinste leicht, als er den beiden zum nächsten Transporter folgte.

"Also, was erwarten wir?", fragte Sheppard, als sie den Transporter auf dem untersten Level verließen. Er sah sich misstrauisch um und in Ermangelung einer besseren Alternative tat Kavanagh es ihm gleich.

"Nichts?", murmelte McKay halb fragend. Er hielt den Kopf gesenkt und schenkte seiner Umgebung keine Aufmerksamkeit, stattdessen starrte er konzentriert auf seinen Handscanner. Wieder einmal wurde es Kavanagh schmerzlich bewusst, dass die Gentherapie bei ihm nicht angeschlagen hatte. "Hier entlang", sagte McKay schließlich als er die heruntergeladenen Pläne - hoffentlich - richtig interpretiert hatte, und deutete nach links.

Nach einem leisen "Sind Sie sicher?" von Sheppard und einem gereizten "Nein, Major, ich vertraue auf mein Gefühl" von McKay setzten sie sich in Bewegung.

"So, Kavanagh, Sie haben also das Geheimnis unseres Trinkwassers gelüftet."

Abrupt aus seiner Betrachtung der Wände gerissen fuhr Kavanagh herum und starrte Sheppard an. Er runzelte die Stirn, ging die Worte im Kopf noch einmal durch und erkannte erstaunt, dass sie weder bösartig noch neidisch geklungen hatten, sondern bloß… neugierig. Mit Neugier konnte er leben. "Ja", antwortete er und noch bevor er sich eines Besseren besinnen konnte, war er auch schon mitten in der Erklärung seiner Theorien über die Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung der Stadt.

"Klingt plausibel", war Sheppards simple Reaktion darauf und Kavanagh war sich fast sicher, dass der Mann durchaus verstanden hatte, was er gehört hatte. Er gestattete sich ein leichtes Grinsen.

"Danke, Major", durchschnitt McKays Stimme die Stille, "für diesen höchst konstruktiven Beitrag."

Sheppards Antwort war ein Grinsen und ein leichtes Schulterzucken.

"Das habe ich gesehen!", rief McKay, obwohl er schon um die nächste Ecke war.

"Wie…", begann Kavanagh, hielt sich jedoch im letzten Moment zurück. Sogar er erkannte, dass es besser war, soweit weg von allem und jedem den Mund zu halten und auf McKay zu hören. Anscheinend tat das ja sogar Sheppard…

Sheppard grinste noch immer und gab Kavanagh mit einer Geste zu verstehen, dass er voran gehen sollte. "Wir sind ein Team", sagte er, als ob das alles erklärte. Und vielleicht tat es das auch.

"Kommen Sie schon!", ertönte McKays Stimme von weiter vorne aus einem Raum. "Kavanagh, sehen Sie sich das an", sagte er, kaum, dass dieser den Raum betreten hatte. "Ich glaube, Sie hatten Recht."

Fasziniert trat Kavanagh näher und sah McKay über die Schulter, während im Hintergrund Sheppard ihre Umgebung inspizierte, sie anscheinend für ungefährlich befand und sich schließlich zu ihnen gesellte.

"Irgendetwas Interessantes?"

"In der Tat, Major. Und wenn Sie uns jetzt bitte entschuldigen würden, wir haben Wichtigeres zu tun, als Ihre kindischen Fragen zu beantworten."

Kavanagh sah bei dem beiläufig verwendeten "wir" überrascht auf, fing Sheppards Blick auf und sah hastig wieder nach unten, um sich auf die schematische Darstellung der Wasserwiederaufbereitungsanlage zu konzentrieren. Neben ihm tat McKay es ihm mit der Frischwasserzufuhr gleich.

Er war es nicht gewohnt, in derartiger Ruhe an einem Projekt arbeiten zu können, genauso wenig wie er noch nie einen McKay erlebt hatte, der nicht wie ein Schmetterling auf Drogen durch die Gegend wirbelte und alles und jeden gleichzeitig aus der Konzentration riss, fertig machte und doch im selben Augenblick wichtige Denkanstöße gab.

Dieser ruhige, konzentrierte McKay war eine neue Erfahrung, ebenso wie die ruhige und wachsame Präsenz von Major Sheppard, anstelle des etwas zu lockeren Mannes, den er bisher gesehen hatte. Es war angenehm, mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten, und Kavanagh erlaubte sich noch den Wunsch, dass es immer so laufen sollte, bevor er sich endgültig auf sein Display konzentrierte und schon nach kürzester Zeit die Gegenwart seiner Begleiter überhaupt nicht mehr bewusst wahrnahm.

= Ende =



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